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Obergünzburg (737 ü.NN) liegt im Herzen des Allgäus, 18 km von der Allgäumetropole Kempten und gleichweit von Kaufbeuren entfernt. Es ist einer der größeren Orte im Landkreis Ostallgäu mit über 6.300 Einwohnern.

Obergünzburg ist von Norden über die A 7 Würzburg - Ulm (Ausfahrt Dietmannsried) - Kempten erreichbar und von Osten und Westen über die alte B 12 München - Lindau, jetzt Staatsstr. 2055.

Die Entfernung nach München beträgt ca. 1 1/2 Autostunden und in 80 km Entfernung liegt der Bodensee, das Schwäbische Meer. In einer 3/4 Autostunde können Sie die Berge, Schloß Neuschwanstein und Hohenschwangau, Oberstdorf, Füssen und Bad Wörishofen erreichen.

Obergünzburg ist also ein günstiger sowie preiswerter Standort für einen Urlaub im Allgäu.
  
Obergünzburg



Das Freischießen
  
Obergünzburg ist der wohl älteste Ort im früheren Altlandkreis Marktoberdorf und kann seine Wurzeln bis in das 1. Jahrhundert n. Chr. zurückverfolgen. Es handelt sich dabei um ein befestigtes Anwesen nahe der Römerstraße Kempten - Obergünzburg - Augsburg, ca. 300 m vom jetzigen Ortskern entfernt, auf dem sogenannten Nikolausberg. Aufgrund seiner günstigen Lage an dieser Römerstraße gewann der Ort bald an Bedeutung. Im Mittelalter erlebte in Obergünzburg der Handel und Gewerbe einen ansehnlichen Aufschwung und war in diesem Raum ein Versorgungszentrum für die umgebenden Orte. Durch die Qualifizierung als Unterzentrum kommt auch heute diese Versorgungsaufgabe zum Ausdruck.

Obergünzburg erhielt 1407 unter Kaiser Rupprecht zu Heidelberg das Marktrecht verliehen. Es handelte sich dabei um 2 Jahrmärkte und einen Wochenmarkt jeweils am Montag. Heute wird die Marktgemeinde dieser jahrhundertelangen Tradition durch verschiedene Veranstaltungen gerecht: 4 Jahrmärkte, 1 Wochenmarkt am Freitag, den Bio-Herbstmarkt und den Weihnachtsmarkt. Das jüngste "Kind" in dieser Reihe ist das alljährliche Günztalmarktfest.


1447 wurde die Burg Liebenthann, in der der fürstäbtliche Pfleger seinen Sitz hatte, von Hans-vom-Stein an das Fürststift Kempten verkauft.

Dieser Pfleger verlegte sodann im Jahr 1688 den Sitz vom Schloß Liebenthann nach Obergünzburg in das sogenannte Pflegerschloß (heutiges Rathaus).

Seit dem Jahr 1455 besaß Obergünzburg neben der niederen Gerichtsbarkeit auch das Recht der hohen Gerichtsbarkeit.

Am 1.Mai 1560 wurde ein großer Teil des Alten Marktes sowie die Pfarrkirche durch eine große Feuersbrunst zerstört.

Im Dezember 1716 wurde in Obergünzburg die letzte Hexe verbrannt und zwar Anna Maria Eglin. Die Stelle ist heute durch einen Gedenkstein gekennzeichnet.

Von 1803 bis 1.3.1804 wurde die Säkularisation durchgeführt. Ab diesem Zeitpunkt gehörte Obergünzburg sodann zum Land Bayern.

Bis 1879 war Obergünzburg Sitz eines Landgerichtes. Das Amtsgericht war 1959 nach Marktoberdorf verlegt worden und ist jetzt in Kaufbeuren.

1804 wurde Obergünzburg von einer neuen Feuersbrunst heimgesucht und Teile des Alten Marktes und des Oberen Marktes vollkommen zerstört.


Die Gebietsreform brachte 1972 die Eingliederung von Burg, Ebersbach und Willofs mit sich und am 01.01.1977 die Gründung einer Verwaltungsgemeinschaft mit den Gemeinden Günzach und Untrasried.

Die Schulreform brachte die Gründung des Schulverbandes Obergünzburg mit dem Markt Ronsberg sowie den Gemeinden Günzach und Untrasried. Gemeinsam wurde sodann die Grund- und Hauptschule auf dem Nikolausberg errichtet, in der derzeit ca. 830 Schüler unterrichtet werden.

Daneben besteht eine Realschule als R 6 mit über 500 Schülern für den Einzugsbereich des früheren Amtsgerichtsbezirkes Obergünzburg, aber auch für Teile des Landkreises Oberallgäu.

In Obergünzburg bestehen zwei Kindergärten und einer in Ebersbach. In Obergünzburg werden 6 Halbtagsgruppen am Vormittag und 1 Halbtagsgruppe am Nachmittag betreut und in Ebersbach zwei Vormittagsgruppen. Die Öffnungszeiten des Kindergartens sind familienfreundlich gestaltet, von 7.30 Uhr in der Früh bis 13.30 Uhr und von 13.00 Uhr bis 16.00 Uhr am Nachmittag.

In Obergünzburg betreibt der Landkreis Ostallgäu ein Kreiskrankenhaus mit derzeit 85 Betten mit den Fachrichtungen Chirurgie, Inneres, Gynäkologie und Anästhesie. Ferner unterhält der Landkreis ein Senioren- und Pflegeheim mit 80 Betten, davon der größte Teil als Pflegeplätze. Daneben besteht ein privates Alten- und Pflegeheim mit ca. 80 Betten.

Der Markt Obergünzburg und die Sportvereine stellen den Bürgern verschiedene Sportanlagen zur Verfügung: 2 Turnhallen in Obergünzburg und eine Turnhalle des Landkreises Ostallgäu bei der Realschule. Moderne Sportplätze stehen sowohl in Obergünzburg als auch in Ebersbach zur Verfügung. Dort bietet auch eine moderne und großzügige Turn- und Mehrzweckhalle die Gelegenheit für die Ausübung unterschiedlichster Sportarten. In Willofs existiert ein Bolzplatz.

Neben den Sportanlagen stellt der Schulverband ein Hallenbad mit einem 25-m Becken bei der Verbandsschule auch der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Daneben besteht das Freibad Hagenmoos, das 1930 gebaut und 2001 grundlegend saniert wurde, als herrliches Waldbad und erfreut sich regen Zuspruchs.


Der Schindelmacher
  
Obergünzburg war im Mittelalter ein Zentrum des Handwerks, in dem sich auch besondere Handwerkszweige herausgebildet haben, wie Wachszieher, Leinenweber, Färber, Gerber, Strumpfwirker und Schindelmacher. Dieses Handwerk kann heute im Museum besichtigt werden. Ein Schindelmacher ist heute noch im Ort tätig. Aus einem Salpeterschürfer und Schmalzsieder hat sich der größte Betrieb im Markt, nämlich die Firma Gabler-Saliter herausgebildet zu einem modernen Milchbetrieb (jetzt Fa. Ehrmann). Dieser beschäftigt über 200 Bürger.


Daneben sind die Firma 4 P in Ronsberg, die dem Hutamaki-Konzern gehört, sowie die Firma Technocell in Günzach, große Arbeitgeber im Günztal und damit auch für Obergünzburg.

Der Fremdenverkehr ist derzeit noch im Aufbau und hat nur eine untergeordnete Bedeutung. Dies zeigen die Übernachtungszahlen mit 16.200 im letzten Jahr und 2.831 Gästen. Diejenigen Urlauber, die jedoch nach Obergünzburg kommen, können viele Einrichtungen vorfinden wie ca. 200 km Wanderwege, 30 km Loipen, Hallenbad, Freibad, Tennisplätze, Sommerbahn für Eiskegeln, Reithalle mit Ponyreiten und Bücherei. Obergünzburg ist aber auch ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge in die Berge, die Königsschlösser, den Bodensee und die historischen Sehenswürdigkeiten in der Umgebung.


Das Heimatmuseum
  
Daneben bietet Obergünzburg mit seinem neu gestalteten Heimatmuseum den Gästen die Möglichkeit, heimische und bäuerliche Kunst, Gerätschaften und altes Handwerk zu besichtigen.

Von einem berühmten Bürger, Johannes Kaspar ist eine Gemäldesammlung zu besichtigen und der aus Obergünzburg stammende Kapitän Karl Nauer schickte zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg eine große Zahl von Sammelstücken aus Neu Guinea nach Obergünzburg, so dass beabsichtigt ist, hier im Pfarrstadel die Südseesammlung wieder neu einzurichten. Dies wird übrigens die größte Sammlung dieser Art im gesamten süddeutschen Raum.
Neueröffnung der Südseesammlung im Mai 2009.
                                 www.suedseesammlung.de


Zu einem Ort mit der Bedeutung von Obergünzburg gehört natürlich auch ein jährliches Volksfest, das sogenannte Freischießen, das 1525 von Fürstabt Wolfgang von Grünenstein gestiftet wurde. Dieses Fest, ursprünglich als reines Schützenfest gegründet, hat sich inzwischen zum Volksfest entwickelt und wird gern von Jung und Alt aus der ganzen Umgebung besucht. Dieses Schützenfest und Volksfest unterstreicht jedoch auch die Bedeutung des Schützenwesens in unserem Raum. Obergünzburg hat allein 6 Schützenvereine in der Gemeinde.

Wappen um 1813
  
Eine Besonderheit ist das Wappen von Obergünzburg, das bis 1950 mit einem Mohrenbuale versehen war. Spätere Untersuchungen haben sodann ergeben, daß aufgrund eines schlechten Abdruckes eine Verwechslung erfolgt ist und das Mohrenbuale eigentlich die Hl. Hildegard, nämlich die Schutzpatronin des Fürststiftes Kempten darstellen sollte. So finden wir heute in dem Wappen von Obergünzburg das Bildnis der Hl. Hildegard. Das Mohrenbuale ist jedoch noch auf dem Marktbrunnen als altes Wahrzeichen erhalten
Näheres zum Wappen


In einem Markt wie Obergünzburg stellen einen wichtigen Bestandteil die Vereine dar (45). Diese bilden die Grundlage für das gesellschaftliche, kulturelle und sportliche Leben in Obergünzburg. Hier wird von vielen Idealisten wertvolle Arbeit für unsere Bürger und unsere Jugend geleistet.